Schuhs kommentierte Bio-Bibliographie

ABILDGAARD, Peder Christian.

(1740 – 1801)

 

(Geboren: Kopenhagen, Dänemark, 22. Dezember 1740; Gestorben: Kopenhagen, Dänemark, 11. Januar 1801) Dänischer Arzt und Naturforscher.

Abildgaard war der Sohn von Søren [see next entry]. Er wurde an der Tierarzneischule in Lyon ausgebildet. Er verfasste zahlreiche Werke über Medizin, Zoologie usw. und gab 1796 eine Beschreibung der Megatherium zur gleichen Zeit wie Georges Cuvier. Abildgaard war Sekretär der Akademie der Wissenschaften in Kopenhagen und gründete und leitete die Veterinärschule in Kopenhagen. Im Bereich der Mineralogie war er der erste, der die in Grönland gefundene Mineralart Kryolith untersuchte und darüber berichtete.

Biografische Referenzen: Dansk Biografisk Haandleksikon: 1, 8, Porträt. Garboe, Geologiess Historie i Danmark, 1959-61: 1, 157-162, Porträt. Poggendorff: 1, col. 5 & 1525. Thomas, Wörterbuch der Biographie, 1884: 35. World Who’s Who in Science: 5.

1. Deutsch, 1801 [First separate issue].
Ueber Norwegische Titanerze und eine neue Steinart (Kryolith) aus Grönland, welche aus Flusspathsaure und Alaunerde besteht. Aus dem Dänischen übersetzt von Moritz Heinrich Mendel. Kopenhagen, 1801.

8°: 10 p.

Sehr selten. Erstes eigenständiges Erscheinen des Artikels “Om Norske Titanertser och om en nye Steenart Kryolith fra Grønland, som bestaar af Flusspatsyre og Alunjord” in deutscher Übersetzung von Moritz Heinrich Mendel [see note below] (siehe: Videnskabernes Selskabs Skrifter (Danske), 3 (1800), 305-316). Der Text beschreibt zwei Mineralienarten: (1) Sphen-Kristalle, die in Norwegen gefunden wurden, und (2) die neue Mineralienart Kryolith, die in Ivigtut, Grönland, gefunden wurde. Abildgaard war der erste Forscher, der die von Andrade aus Grönland mitgebrachten Mineralproben untersuchte und die von ihm entdeckte neue Art Kryolith oder Iissteen (vom griechischen κρυοσ für Eis) nannte. Abildgaard führte eine chemische Analyse der Mineralien durch und stellte fest, dass Kryolith Aluminium und Flusssäure enthält.

Moritz Heinrich Mendel. (Geboren: Breslau, Deutschland, 1777; Gestorben: Breslau, Deutschland, 3. Dezember 1813) Deutscher Arzt. Mendel erhielt 1811 seinen medizinischen Abschluss und wurde zum Professor an der neuen Universität in Breslau ernannt. Er wurde Direktor der städtischen medizinischen Klinik und zum Berater in medizinischen Fragen ernannt. Sein Leben war jedoch kurz, als er sich bei der Bekämpfung eines Typhusausbruchs mit der Krankheit infizierte.

Bibliografische Hinweise: BL [RB .23.a.15024]. Freies Leben, Uebersicht der Litteratur, 1822: S. 146. Garboe, Geologiens Historie i Danmark, 1959-61: 1, 159-60. Hlawatsch, Bibliothekskatalog, 1911: S. 1. LKG: XIV 714. NUC [no copy listed]. Partington, Geschichte der Chemie, 1961-70: 3, 554. Partsch, Katalog der Bibliothek, 1851: Nr. 417. (Mendel) Hamberger & Meusel, Gelehrtes Teutschland, 1796-1834. Hirsch, Biographisches Lexikon, 1884-8: 4, 203. Jöcher, Gelehrten-Lexikon, 1750-51. Meusel, Verstorbene Teutschen Schrifsteller, 1802-16: 14, 544 & 18, 672. WBI.